2017 bis heute

Die Saison 2017

Die Rückkehr der ersten Herren-Mannschaft in die 2. Bundesliga stellte die Baseballer diese Saison vor eine besondere Herausforderung. Der Kader musste sich wegen einiger Rücktritte von etablierten Stammspielern zwangsläufig verändern, weshalb anfangs eine gewisse Unsicherheit herrschte, ob man in der mit neun Teams überbesetzten und stark eingeschätzten Südost-Gruppe bestehen würde. Doch das Team, das anfangs von Matthias Rucker geleitet wurde, spielte sich in der neuen Besetzung schnell ein. Das Saisonziel „Klassenerhalt“ konnte so vorzeitig im August klar gemacht werden. Am Ende landeten die Schanzer mit einem ausgeglichenen Siegverhältnis von 16 Siegen zu 16 Niederlagen auf dem sechsten Platz.

Besonders auf die neuen Spieler im Kader fiel in den ersten Spielen der Saison das „Scheinwerferlicht“. Der aus Haar gekommene Michael Hübner holte mit seinem Punkt den ersten Saisonsieg im ersten Spiel (6:5 gegen Lauf). US-Pitcher Jake Carson warf gegen den späteren Meister Haar II einen 12:8-Sieg am zweiten Spieltag. Der Ex-Garchinger Keith Pastore spielte am dritten Spieltag beim Doppelsieg gegen Deggendorf mit zwei Doubles groß auf. Und auch der aus Ratingen nach Ingolstadt gezogene Martin Beckmann etablierte sich fest in der ersten Mannschaft. Nach einem gelungenen Saisonstart mit sechs Siegen aus zehn Spielen folgte jedoch ein Durchhänger. Die Offensive stellte sich als die Schwachstelle des Teams heraus, weshalb man gegen Fürth, München und Regensburg fünf Niederlagen in Folge kassierte.

Der moralische Tiefpunkt war erreicht. Die Wende kam mit der Verpflichtung des 22-Jährigen Kanadiers Dawson Yates. Der Sonnyboy aus Kelowna gab der Mannschaft den nötigen Push und wirkte als wahrer Stimmungsaufheller. Das zeigte sich beim wichtigen Doppelsieg in Lauf, wo Yates seinen ersten von drei Homeruns schlug. Die Schanzer waren wieder auf Spur und stellten mit den beiden Starting Pitchern Hübner (173 Strikeouts, 7 Wins) und Carson (92 Strikeouts, 7 Wins) die dominantesten Werfer der Liga. Highlight im Juli war der 5:4-Sieg gegen Haar in Verlängerung und die Doppelsiege gegen Fürth und Freising.

Lichtblicke waren hier auch die Einsätze der beiden Youngster Julian Dambacher und Darren Heisel als Catcher. Letzterer spielte in seiner ersten vollen Herrensaison bereits eine wichtige Rolle an der Platte und etablierte sich in der Line-Up. Sein Weggang nach Paderborn ins dortige Internat wird dem Team wehtun.

Kurios verlief das Saisonende im September als der Klassenerhalt längst schon feststand, aber noch zwei abgebrochene Spiele fortgesetzt werden mussten. Gegen Gauting lieferten sich die Schanzer einen langen Kampf über zwölf Innings, verloren aber trotz guter Gelegenheiten unglücklich mit 2:3. Gegen Haar folgte jedoch nochmal ein Sieg zum Abschluss der Saison. Hätte man gegen Gauting gewonnen, wären die Schanzer gar auf dem vierten Tabellenplatz gelandet – so eng ging es im Mittelfeld einer starken Konkurrenz zu.

Wie eh und je stellte Trainer Georg von Großmann wieder einen bunten Haufen aus jung gebliebenen Veteranen, jungen Talenten und einigen Quereinsteigern im besten Baseball-Alter für das zweite Herrenteam zusammen. In der Landesoberliga konnte die Zweite zwar nicht in das Rennen um die Playoffs eingreifen, doch konnten sechs von 16 Spielen gewonnen werden. In der zweiten Runde folgten nochmal fünf Siege aus fünf Spieltagen. Schlusspunkt setzte ein Doppelsieg in Gundelfingen, in dem sich Tobias König mit den beiden ersten Homeruns seiner Karriere in Vordergrund spielte. Unabhängig vom Tabellenrang war einmal mehr das Saisonziel der zweiten Mannschaft erreicht: Spielpraxis für die Talente, Spielspaß für alle.

Mit Sorge blickten die Verantwortlichen auf die Spieleranzahl im Nachwuchsbereich. Aufgrund einiger Kündigungen und altersbedingten Abgänge war absehbar, dass es schwierig werden würde, wie gewohnt eine Schüler- und eine Jugendmannschaft zu stellen.

Doch mit größten Anstrengungen schafften es die vielen Trainer und Aushilfen, durch viele Schulaktionen, Werbemaßnahmen und zweier Baseballkurse im Frühjahr mehr als zehn neue Spieler für den Nachwuchsbereich zu gewinnen. Und mit Katrin Peter (Jugend), Chris Schwab und Tobias König (beide Schüler) übernahmen drei neue Coaches mit viel Engagement ihre Aufgaben und stellten unter schwierigen Bedingungen einen regelmäßigen Spielbetrieb sicher. Vor allem das Schülerteam (U12) wurde durch die vielen Neuzugänge deutlich belebt und errang gegen Ende der Saison immer mehr Siege.

Bei der Jugend war es schwieriger, die Lücken zu füllen. Doch kurz vor Saisonstart schlossen sich die Ingolstädter mit den Erding Mallards zu einer Spielgemeinschaft zusammen. Angeführt von Nico Holdorf, Johannes Ramser und Marcel Duchnov konnte die Spielgemeinschaft sechs von zwölf Spielen gewinnen.

Erfreulich war auch die Teilnahme von Julian Dambacher und Darren Heisel am Junioren-Länderpokal in Bonn.

Ohne einen festen Trainer starteten die Softball-Damen in die Bayernliga-Saison. Als Aushilfstrainer konnten die Damen Michael Hübner vom Herren-Baseballteam gewinnen. Mit nur drei Gegnern fiel die Anzahl der Spieltage knapp aus.

Mit einem Sieg gegen den späteren Meister Freising II gelang der Saisonauftakt. Mit einem Doppelsieg gegen Regensburg setzten die Schanzer Damen ein weiteres Ausrufezeichen. Doch die folgenden beiden Rückspiele in Freising gingen verloren, trotz eines Homeruns von Maria Schütz und einer guten Pitchingleistung von Sabrina Kube im ersten Spiel des Doubleheaders (2:5). Damit war bereits früh in der Saison eine Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft gefallen, weil fortan Freising seinen Abstand an der Tabellenspitze weiter ausbaute. Auch der verletzungsbedingte Ausfall von Katrin Peter machte eine Aufholjagd schwierig. Doch beim 15:12-Sieg im Juli gegen Freising zeigte auch die Pitcher-Reihe hinter Kube, Linda Santa Cruz und Franz Zajicek, dass sie für einen Win gegen einen Top-Team gut sind. So schlossen die Damen die Bayernliga-Saison als Vizemeister mit 10:8 Siegen ab. Auf den Aufstieg in die Bundesliga verzichteten die Damen. Ohne einem geeigneten Vollzeittrainer wäre dieses Abenteuer schwer zu bewältigen und zudem sehr kostspielig.

Für Aufsehen sorgte außerdem Nachwuchstalent Linda Santa Cruz, das im Oktober beim U16-Länderpokal für Bayern den Sieg erringen konnte.
Auch baulich veränderte sich einiges am Baseballplatz in dieser Saison. Nach langer Planung konnte der Umbau des Batting Cage Bereichs (Schlagtunnel) abgeschlossen werden. Neben zwei parallel aufgestellten Schlagkäfigen wurde auch ein neuer Container angebaut und der Bullpen Mound renoviert. Zudem wurde die Frontansicht des Verkaufsstands optisch aufgewertet. Für den neuen „Look“ sorgte unser Sponsor Tempus IPD, der auch maßgeblichen Anteil an der Finanzierung des Batting Cage Bereichs hatte. Die weiteren Aufwendungen wurden durch Zuschüsse aus dem Bezirksausschuss Nord-West, Eigenmitteln und Eigenleistung getragen.

An der Abteilungsführung und Vorstandschaft des SSC Ingolstadt änderte sich erneut nichts. Matthias Rucker (Abteilung) und Georg von Großmann (SSC) standen den beiden Organen weiterhin vor.

Die Saison 2018

Nach dem Klassenerhalt in der Premierensaison hatte Sportdirektor Holger Koch als Saisonziel ausgegeben, „sich in der Liga zu etablieren“. Mit einem dritten Rang übererfüllte das Zweitligateam die Erwartungen. Besonders der Saisonstart gelang, was in der Vergangenheit nicht üblich war. Schon im ersten Spiel war Spannung geboten, als der Vorjahresmeister Haar Disciples 2 in Verlängerung durch einen Walk-Off-Hit von US-Import Jake Carson zum 3:2 bezwungen wurde. Im zweiten Spiel folgte gar ein 10:0-Sieg. Auch hier hatte der Amerikaner als Pitcher einen Sahnetag erwischt. Der 25-Jährige konnte diese Frühform über fast die ganze Saison hinweg retten. Nur zwei Wochen später gelang den Schanzern etwas, was zu dem Zeitpunkt noch gar nicht als besondere Leistung zu erkennen war. Mit einem 8:6 und 6:4 Doppelerfolg bezwangen die TV-Baseballer um Spielertrainer Dawson Yates die Laufer Wölfe, die im Laufe der restlichen Saison von keiner anderen Mannschaft eine Doppelniederlage kassieren sollten. Die Franken verpassten nur hauchdünn die Meisterschaft, die an die punktgleichen Regensburger gehen sollte.

Am vierten Spieltag setzte es den fünften Sieg, erneut durch einen Walk-Off-Hit von Carson zum 3:2 gegen die München Caribes. Danach blieben die Schanzer weiter auf der Siegerstraße, weil sich die anderen Neuzugänge Dayan Ramos, José Hernandez, Philip Ybarra und Javier Sosa immer besser einspielten und der Rückkehrer Nikola Bjelic dem Kader mehr Tiefe gab. Mit einem fulminanten Doppelsieg beim früheren Angstgegner Gauting (23:7 und 10:5) und einem Split gegen Aufsteiger Augsburg schraubten die Schanzer am Ende der Hinrunde das Punkte-Konto auf neun Siege und fünf Niederlagen.

Das Team von Spielertrainer Dawson Yates hatte sich so im vorderen Teil der Tabelle festgesetzt, doch in der Rückrunde konnte man an diese guten Leistungen nicht immer anknüpfen. Zwar folgte erneut ein Doppelsieg gegen Gauting, doch der spätere Meister Regensburg und die Laufer Wölfe erwiesen sich als zu stark für die Ingolstädter Mannschaft. Am Ende reichte es mit einem ausgeglichenen Sieg-Niederlagen-Verhältnis (14:14) zum dritten Rang in der Tabelle.

Schlüsselfaktoren zu dieser erfolgreichen Saison waren die mannschaftliche Einheit und die Lockerheit, die durch den guten Start wesentlich zum unbeschwerten Aufspielen verhalfen. Von großer Bedeutung war auch die Kadertiefe mit hoher Qualität, die gerade durch die Neuzugänge, aber auch durch die Weiterentwicklung von eigenen Talenten wie Julian Dambacher und der Rückkehr von Nikola Bjelic zunahm. Wie bereits erwähnt legte Jake Carson eine herausragende Spielzeit hin. Der Mann aus Seattle verkündete am Jahresende dann seinen Rücktritt vom aktiven Baseballsport.

Aufgrund der wachsenden Anzahl an erwachsenen Baseballspielern entschied sich die Abteilungsleitung, einen Spielgemeinschaftspartner für ein drittes Herrenteam zu suchen. Mit den Schwaig Red Lions wurde man fündig und meldete in der untersten Liga (Landesklasse) eine Spielgemeinschaft Ingolstadt 2/Schwaig 2. Die bisherige zweite Herrenmannschaft wurde zur dritten Mannschaft umbenannt und in die Landesliga (Doubleheadermodus) unter Leitung von Spielertrainer Georg von Großmann geschickt.

Die Spielgemeinschaft um den Schwaiger Coach Marco Kalek erwies sich als die erhofft gute Möglichkeit, Quereinsteigern in den Sport Spielpraxis zu bieten. Hatten die Schwaiger mal weniger Freiwillige für den Spieltag, so sprangen Ingolstädter ein und umgekehrt. Trotz dieser wechselnden Besetzungen konnte die Spielgemeinschaft die Hälfte aller Spiele gewinnen.

Die dritte Herrenmannschaft war voll aus Ingolstädter Spielern besetzt. Angeführt vom Pitcherduo Julian Dambacher und Martin Beckmann schlugen sich die Schanzer in der ersten Runde wacker, verpassten mit 10 Siegen und 10 Niederlagen und einem dritten Rang zwar die Playoffs. Doch in der zweiten Runde holte sich das Team mit 10:2 Siegen den Gruppensieg vor den München Caribes, die am allerletzten Spieltag Ende Oktober mit einem 7:5- und 12:11-Doppelsieg auf Rang zwei verwiesen werden konnten. Auch hier ging das Konzept auf, die jungen Talente mit einigen alten Hasen zu einer schlagkräftigen Einheit zusammenzuschweißen.

Der Neuaufbau der Nachwuchsteams war 2018 im vollen Gange. Es war schon 2017 absehbar, dass es nicht mehr für eine eigene U15-Jugendmannschaft reichen würde und man begann schon früh mit der Nachwuchswerbung, mit dem Ziel von unten herauf wieder alle Altersklassen im Nachwuchs mit einem Team zu besetzen. Durch viele Schulaktionen im Frühjahr und einem erfolgreichen Einsteigerkurs konnten circa 20 neue Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahre gewonnen werden.

Die Schanzer schickten deshalb zwei Teams an den Start. Das Live-Pitch-Team von Martin Beckmann schlug sich sehr beachtlich. In der ersten Runde gelang ein zweiter Platz und in der zweiten Runde sprang der dritte Rang raus. Viele Kinder sind 2019 zu alt für das U12-Team, weshalb 2019 wieder ein Jugendteam gemeldet wird, welches im Winter schon ins Training einsteigt. Hierfür konnte der frühere Trainer Greg Vine als Coach gewonnen werden.

Das U10-Coach-Pitch-Team von Chris Schwab und Tobi König integrierte sehr schnell eine große Anzahl an Baseball-Neulingen und errang teilweise dramatische Siege und steckte schwere Niederlagen weg. Doch der Spaß steht hier besonders im Vordergrund.  Erfreulich war auch die Entwicklung abseits des Feldes, wo sich immer mehr Eltern engagierten. So konnte unter der Leitung von Tom Scannapieco im Sommer mit einem BBQ-Softballtraining mit der Zielgruppe „Schülereltern“ begonnen werden.

Das Damenteam konnte auch 2018 mit seiner langen Erfahrung punkten. Viele der Damen wie Sabrina Mürling, Susi Böck, Marijke Swierstra, Dana Himmel, Maria Schütz und Katrin Peter spielen schon seit mehreren Jahren zusammen und sind folglich gut eingespielt. Als am dritten Spieltag und vier Siegen in Folge auch noch die Freising Grizzlies mit 12:9 geschlagen werden konnten, keimte die Hoffnung auf, um den Meistertitel mitreden zu können. Schon 2017 hatten die Damen die Vizemeisterschaft erkämpft, nur geschlagen von den Freisingern. Doch wie schon im Vorjahr konnten die Ingolstädter mit den Domstädtern in der Folge nicht mehr mithalten. Im Rückspiel setzte es eine denkbar knappe Doppelniederlage (15:16 und 13:15). Und auch in Regensburg ließen die Softball-Damen zwei Spiele liegen, weshalb schon im Juni klar war, dass es für die Meisterschaft wohl nicht reichen würde. In der Rückrunde konnten sich die Ingolstädterinnen wenigstens mit einem deutlichen Doppelsieg in Regensburg (16:8 und 9:1) für die Schlappen im Hinspiel revanchieren. Mit zehn Siegen und acht Niederlagen sprang am Ende erneut die Vizemeisterschaft heraus. Dass es am Ende nicht zu mehr reichte, liegt mit Sicherheit auch daran, dass es für Softball sehr schwierig ist, einen passenden Trainer zu finden und die Damen in Sachen Coaching weitestgehend auf sich alleine gestellt sind.

An der Spitze der Abteilungsleitung und im Vorstand des SSC Ingolstadt blieb alles beim Alten. Matthias Rucker und Susi Böck stehen der Abteilung vor. Georg von Großmann und Franz Rucker dem Förderverein.