2020 bis heute

Das Jahr 2020

2020 – eine Saison wie keine zuvor. Wegen eines Virus. Als Corona Mitte März nicht nur das gesellschaftliche Leben, sondern auch den Sportbetrieb lahmlegte, standen zunächst wichtigere Fragen im Vordergrund. Zurecht, Gesundheit geht vor. Doch nach nur wenigen Wochen im Lockdown spürten nicht nur die Base- und Softballer, dass der Bewegungsdrang empfindlich eingeschränkt wurde. Auch alle anderen Sportarten drängten auf Lösungen, wie trotz der Pandemie der Sportbetrieb wiederaufgenommen werden kann. Hygienekonzepte mussten her. Bei der Base- und Softball-Abteilung kümmerte sich Martin Beckmann darum, im Dickicht der sich ständig ändernden Auflagen und Lockerungen den Überblick zu behalten. Mitte Mai wurde das Hygienekonzept auf der Homepage veröffentlicht. Durch Aushänge am Platz, Flaschen mit Desinfektionsmitteln, Kontaktlisten, Symptomfragebögen und weiteren Vorkehrungen im Umfeld der Spielfelder war es dann auch wieder möglich, in Kleingruppen zu trainieren.
Die Erwachsenen machten den Anfang und man konnte allen die Erleichterung anmerken, sich nicht nur wieder bewegen zu dürfen, sondern auch wieder Kontakt mit den Sportfreunden aufzunehmen. Gerade auch deshalb entschied sich die Abteilungsleitung um Matthias Rucker und Susi Feßlmeier, alle Mannschaften für eine verkürzte Saison zu melden, um so allen Mitgliedern so viel Sport wie möglich in dieser Zeit zu ermöglichen. Gerade bei der Zweitliga-Herrenmannschaft war das nicht selbstverständlich, wenn man die hohen Kosten für den Spielbetrieb (Schiedsrichter, Bälle etc.) berücksichtigt.
Auch die Verbände reagierten auf die besonderen Umstände, nachdem absehbar war, dass es zu keiner vollständigen, regulären Saison bis zum Ende der Spielzeit Mitte Oktober kommen konnte. Der Spielplan wurde verkürzt, Auf- und Abstieg wurde ausgesetzt, Ligagebühren reduziert, ausgefallene Spiele mussten nicht zwingend nachgeholt werden. Überhaupt wieder zu spielen, stand im Vordergrund.

Die Entscheidung mit allen Teams in den Spielbetrieb zu gehen, sollte sich auszahlen. Auch wenn es anfänglich nur ohne Zuschauer losging. Die Saison eröffnete diesmal die zweite Mannschaft. Am 26. Juli gastierten die Erding Mallards. Das Team von Trainer Georg von Großmann markierte mit 9:6 und 9:1 die ersten Siege der Saison. In den folgenden zehn Spielen gelangen zwar nur drei weitere Siege. Doch besonders der letzte Sieg bleibt dem Team über die lange Winterpause sicherlich im Gedächtnis. Gegen Garching 2 lag das Team vor dem letzten Schlagdurchgang mit einem Punkt im Rückstand. Matthias Rucker und Markus Lehner kämpften sich auf die Bases drei und zwei. Und mit einem Schlag von Nico Holdorf am Shortstop der Garchinger vorbei punkteten die beiden zum 9:8-Sieg und Nico wurde für seine Nervenstärke gefeiert!

Die erste Herrenmannschaft von Spielertrainer Lenin Santa Cruz folgte Anfang August, zu einem Zeitpunkt, wenn normalerweise die letzten Saisonpartien angesetzt werden. Gegen den Aufsteiger Fürth Pirates ließ vor allem Julian Dambacher aufhorchen. Santa Cruz schenkte dem 20-Jährigen als Starting Pitcher des ersten Spiels das Vertrauen, was der Rechtshänder auch gleich zurückzahlte. Der frühe 0:3-Rückstand ließ ihn nicht aus der Ruhe kommen. Denn kurze Zeit später sprang die Ingolstädter Offensive an. Unter anderem durch einen Homerun von Keith Pastore erspielten sich die Schanzer neun Punkte und Dambacher hielt die Franken mit sieben Strikeouts kurz. Dem 9:4-Sieg folgte zwar eine Niederlage im zweiten Spiel. Doch die Schanzer freuten sich, wieder gespielt und mit Julian ein neues Ass im Ärmel zu haben. Julian konnte zwar fünf Wochen später beim Heimauftakt gegen Gauting an seine Form anknüpfen. Doch die Offensive zeigte sich weniger durchschlagskräftig, so dass die Ingolstädter im dritten Extra-Inning (zehntes Inning) mit 2:4 den Kürzeren zogen. Auch das zweite Spiel ging verloren. Wiedergutmachung folgte gegen Füssen (5:0 und 5:1). Nicht nur Julian Dambacher überzeugte mit seinem ersten Shutout und zwölf Strikeouts, sondern auch Holger Koch fuhr seinen ersten Win der Saison ein.
Danach folgte ein Auswärtsspieltag bei den Regensburg Legionären 2 zum Vergessen (0:16 und 0:12) und ein ausgeregneter Spieltag gegen Lauf. Und weil das letzte Heimspiel gegen die München Caribes in den Oktober fiel und die Lockerungen wieder Zuschauer zuließen, feierten die Schanzer unter den gegebenen Bedingungen einen kleinen Saisonabschluss mit circa 50 Zuschauern. Passenderweise zeigte sich Julian Dambacher nochmal von seiner besten Seite und hielt die Münchner bei nur einem Run und zwei Hits kurz. Alexander Rucker und Keith Pastore trieben die Offensive an. Den Schlusspunkt setzte Dilson Garcia, der den Endstand von 8:1 mit einem Homerun einstellte. Dass das zweite Spiel glatt mit 0:10 verloren ging, drückte nicht sehr auf die Stimmung. Mit vier Siegen aus zehn Spielen werden die Schanzer Fünfter.

Die drei Nachwuchsteams griffen erst wieder nach den Sommerferien ins Spielgeschehen ein. Die sehr kurz geratene Herbstrunde ermöglichte zumindest ein paar Spiele für die Kinder.

Dabei zeigte sich das Jugendteam von Greg Vine gut vorbereitet. Zwar wurde das erste Heimspiel gegen die Grünwald Jesters verloren, doch gerade das Pitching von Florian Flauger, Tim Graupner und Jinseo Ahn ließ auf kommende Erfolge hoffen. Daniel Koch gelang sogar ein Homerun. Beim Auswärtsspiel in Schwaig war es dann soweit. Mit 12:5 gewann die U15 das erste Saisonspiel. Regen und coronabedingte Spielabsagen verhinderten weitere Spiele.
Auch das Schüler Live-Pitching Team (U12) von Trainer Martin Beckmann trafen einige Spielausfälle. Zumindest zwei Heimspieltage konnten stattfinden. Gegen die SG Allershausen/Baldham/Erding gelangen zwei Siege. Gegen Freising folgten zwei Niederlagen.

Das dritte Nachwuchsteam im Bunde, die Schüler Coach-Pitch Mannschaft (U10), entwickelte sich entgegen der ersten Befürchtungen prächtig. Etwas Sorge bereitete der Abteilung nämlich die Absage des Einsteigerkurses, der mit vielen Schulaktionen im Februar im März hätte stattfinden sollen. Doch auch hier verhinderte Corona eine Durchführung. Dennoch konnten die Schanzer bei der improvisierten Fortsetzung Mitte Juli eine Vielzahl an Kindern neu in der Mannschaft begrüßen, weshalb letztlich ein Kader von mehr als 15 Spielern zusammengestellt werden konnte. Auch das Trainerteam freute sich über Zuwachs. So steuerten gleich vier Übungsleiter die Geschicke der Jüngsten: Justin Wagner, Alex Schmid, Maria Schütz und Matthias Rucker. Trotz anfänglicher Niederlagen folgte dann gegen die Laufer Wölfe der erste Doppelsieg!

Das Damenteam setzte 2020 klar auf den Neuaufbau. Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Bayernliga startete das Team von Trainer Olaf Holdorf in der Landesliga. Dabei setzte Holdorf nach dem elternzeitbedingten Ausfall von Sabrina Mürling auf Maria Schütz und Linda Santa Cruz als Werferinnen. Mit Jule Holdorf wurde auch eine neue Catcherin in die Startaufstellung integriert. Das sollte sich mit zwei Siegen gegen die SG Haar 2/Erlangen gleich auszahlen. Gegen Regensburg 3 drehten die Damen im letzten Durchgang sogar noch einen 10:12-Rückstand nach Hits von Sabina Federzoni und Maria Schütz und gutem Pitching von Linda Santa Cruz zu einem 14:12-Sieg. Doch der Dämpfer folgte beim Auswärtsspiel in Lauf. Trotz einer starken Rallye mit 14 Runs in den letzten beiden Innings ging das Spiel mit 21:23 verloren. Die Revanche gelang zwar mit 10:3 im zweiten Spiel. Doch nachdem gegen Gröbenzell ersatzgeschwächt eine Doppelniederlage folgte, mussten sich die Ingolstädterinnen mit einem dritten Platz in der Landesliga begnügen.

Und just zum Saisonende folgte auch schon der zweite Lockdown, der die Schanzer Anfang November erneut den Trainingsbetrieb einstellen ließ. Erfreulich an der Saison war vor allem, dass es überhaupt wieder zu Training und Spielbetrieb gekommen ist und die Abteilung trotz der widrigen Umständen erstmalig die Schwelle von 150 gemeldeten Mitgliedern überschritt.

An der Spitze der Abteilungsleitung und im Vorstand des SSC Ingolstadt änderte sich nichts, außer der Name der stellvertretenden Abteilungsleiterin. Susi Böck feierte Hochzeit und heißt fortan Susi Feßlmeier. Abteilungsleiter blieb Matthias Rucker. Als Kassier wurde Brigitta Rucker erneut bestätigt. Georg von Großmann und Franz Rucker führten den Förderverein.

Das Jahr 2021

Nach einer außergewöhnlich belastenden Saison, die erst am 30. Mai begann, zogen die Baseballer vom TV 1861 Ingolstadt die Konsequenzen und beantragten keine Lizenz mehr für die 2. Bundesliga. Damit gingen die Schanzer den Weg zurück in den bayerischen Ligabetrieb. „Eine solche Saison habe ich in 22 Jahren im Amt nicht erlebt“, meinte Abteilungsleiter Matthias Rucker. „Verletzungen, Unfälle, unerwartete Spielerabgänge, Corona-Fälle und das in einer Saison, die pandemiebedingt in nur vier Monaten voll durchgespielt wurde.“ Dass es schwierig werden würde, die Abgänge von Dayan Ramos (München), Julian Dambacher (Baldham) und Nico Holdorf (Haar) auszugleichen, war klar. Doch die verletzungsbedingten Ausfälle einiger Leistungsträger wie Holger Koch, Martin Beckmann, Max Mürling, Keith Pastore, David Tietmann und viele weitere ließ das Team an ihre Grenzen gehen. Oftmals mussten Spieler aus der zweiten Mannschaft nach oben gezogen oder ehemalige Spieler aus dem Ruhestand geholt werden, um überhaupt spielfähig zu sein. Entsprechend mager fiel die Bilanz aus, auch wenn besonders in der Rückrunde viele Spiele nur sehr knapp abgegeben wurden. Unter anderem eine nur knappe 4:5-Niederlage gegen den späteren Meister Baldham. Drei Siege aus 28 Spielen und damit der letzte Tabellenplatz waren am Ende das ernüchternde Ergebnis. „Sowas habe ich in den vielen Jahren als Trainer auch noch nicht durchgemacht. Das war hart“, bestätigte Trainer Lenin Santa Cruz. Der 57-Jährige war noch am letzten Spieltag zurückgetreten.

Auf der Abteilungsversammlung Mitte Oktober sollte es vorrangig um den Neustart gehen. Zwar war pandemiebedingt der Abstieg vom Verband ausgesetzt, doch die Mitglieder entschieden sich für den freiwilligen Rückzug, um eine Verjüngung des Teams zu ermöglichen. Mit Greg Vine konnte innerhalb von wenigen Tagen der Trainer der U15-Mannschaft vom neuen Weg überzeugt werden.

Die zweite Herrenmannschaft bekam indirekt durch die lange Verletztenliste des Bundesligateams die Auswirkungen zu spüren. Zusammen mit ebenfalls einigen unerwarteten Ausfällen konnte die Mannschaft von Trainer Georg von Großmann nur im Juni und Juli Spiele in der Landesliga Mitte bestreiten. Sportliche Lichtblicke waren die zwei Siege gegen Lauf und der 8:6-Erfolg in Unterzahl gegen die Regensburg Legionäre 5. In allen drei Partien stand Gerrit Tobler als Werfer auf dem Hügel und zeigte sein Potenzial.
Doch für die Herbstrunde konnten die Schanzer nicht mehr ausreichend viele Spieler auftreiben und mussten ihr Team abmelden.

Der Nachwuchs startete ebenfalls erst im Juni, nach den Pfingstferien, in die Saison. Hier machte sich bei einigen dann doch bemerkbar, dass im Winter kein Training stattfinden durfte. Das Jugendteam von Greg Vine schüttelte den Rost noch am schnellsten ab und gewann ihr erstes Spiel in der Landesliga Anfang Juli mit 16:8 gegen Garching. Schon in der zweiten Runde merkte man der Mannschaft an, dass sich ein starkes Team herausbilden konnte.

Aufgrund der Altersstruktur entschieden sich die Schanzer noch im Herbst 2020 dafür, eine zweite Jugendmannschaft mit einem sehr jungen Altersschnitt anzumelden. Der Plan, im Winter das Team unter der Leitung von Trainer Martin Beckmann auf die höheren Anforderungen (ältere Gegner, größeres Spielfeld) vorzubereiten, wurde vom harten Lockdown durchkreuzt. Als dann im Juni wieder Training möglich war, ging es auch schon mit den Spielen los. Dementsprechend setzte es einige höhere Niederlagen.

Beim jüngsten Team, den unter 10-Jährigen vom Schüler Coach-Pitch, zeigte sich ein guter Zulauf an neuen Kindern, die nach dem Lockdown einen neuen Sport ausprobieren wollten. Zusammen mit einigen „alten Hasen“, die schon ein, zwei Jahre Erfahrung auf dem Buckel hatten, formten die Trainer Alex Schmid, Maria Schütz, Matthias Rucker und Katrin Peter in kurzer Zeit eine Mannschaft, die auch Spiele gewinnen kann. Dies zeigten die Kids gegen mehrere Teams wie Garching oder Regensburg 2.

Auch die Damen spielten eine verkürzte Runde und liefen erstmals Ende Juni in Lauf aufs Feld. Noch gebeutelt von einigen Ausfällen (u.a. Susi Feßlmeier), aber mit der Hilfe von einigen neuen Spielerinnen, schaffte es das Team von Trainer Olaf Holdorf nicht so schnell aus den Startlöchern wie gewünscht. Vier Niederlagen, teils nur knapp, gegen Lauf und den späteren Meister Gröbenzell, mussten die Damen erstmal wegstecken. Doch mit Unterstützung der aus dem Mutterschutz zurückgekehrten Sabrina Mürling gelangen die ersten beiden Doppelsiege gegen die Spielgemeinschaften Baldham/München und Haar 2/Erlangen. Beim 2:1-Heimsieg gegen Haar 2/Erlangen zeigten die Schanzer dann ihr volle Stärke. Gegen eine starke Gästewerferin schaukelte sich die Ingolstädter Mannschaft um Werferin Linda Santa Cruz hoch und gewann nach einem Walk-Off-Hit von Laura Schramm denkbar knapp und viel umjubelt. Mit sechs Siegen und vier Niederlagen liefen die Schanzer letztlich wie schon 2020 als Dritte der Landesliga ein.

Nicht unerwähnt soll das BBQ-Softballteam bleiben, das von Tom Scannapieco wieder zum Training zusammengetrommelt wurde. Der Spaß steht hier eindeutig im Vordergrund und vielleicht sind 2022 auch wieder richtige Spieltage möglich. Auch im Winter wird es ein Angebot für Interessierte geben. Zielgruppe sind hier besonders Späteinsteiger wie zum Beispiel Eltern der Nachwuchsspieler.

Die Mitgliederversammlung fanden aufgrund von Corona erst im Oktober statt. Beim SSC Ingolstadt stellten sich Georg von Großmann, Franz Rucker und Brigitta Rucker erneut zur Wahl und wurden im Amt bestätigt.